Expostionstherapie

Die Expositionstherapie (Konfrontationstherapie) ist eine wissenschaftlich anerkannte und wirksame Behandlungsmethode der kognitiven Verhaltenstherapie (KVT). Sie wird insbesondere bei Angststörungen eingesetzt und kann dabei helfen, übermäßige Ängste und Vermeidungsverhalten zu reduzieren.

Ein wichtiges Anwendungsgebiet sind spezifische Phobien, beispielsweise:

  • Blut-, Spritzen- und Verletzungsphobien: Ausgeprägte Angst vor Blutabnahmen, Impfungen, Spritzen, Nadeln, Verletzungen oder medizinischen Eingriffen. Hierzu können je nach Angstauslöser auch Ängste vor zahnärztlichen Behandlungen gehören (Dentalphobie).

  • Tierphobien: Ausgeprägte Angst vor Spinnen (Spinnenphobie), Schlangen (Schlangenphobie), Hunden (Hundephobie) oder anderen Tieren.

  • Natur- und Umweltphobien: Ausgeprägte Angst vor Gewittern, Blitz und Donner (Gewitterphobie), Stürmen, tiefem Wasser oder großen Höhen (Höhenangst).

  • Situationsbezogene Phobien: Ausgeprägte Flugangst, Angst vor Aufzügen, Tunneln, engen oder geschlossenen Räumen (Klaustrophobie)

  • Andere spezifische Phobien: Beispielsweise die Emetophobie (Angst vor dem Erbrechen), die sich auf das eigene Erbrechen oder das Erbrechen anderer Menschen beziehen kann, sowie ausgeprägte Ängste vor dem Ersticken oder Verschlucken.

Darüber hinaus wird Exposition bei weiteren Angststörungen und verwandten Beschwerdebildern eingesetzt. Bei einer Panikstörung steht häufig die Angst vor erneuten Panikattacken und körperlichen Symptomen wie Herzrasen, Schwindel oder Atemnot im Vordergrund. Bei einer Agoraphobie betreffen die Ängste beispielsweise öffentliche Verkehrsmittel, Menschenmengen, Warteschlangen oder Situationen, aus denen eine Flucht schwierig erscheint oder Hilfe möglicherweise nicht verfügbar ist. Bei einer sozialen Angststörung (sozialen Phobie) stehen Befürchtungen im Mittelpunkt, von anderen negativ bewertet zu werden, etwa beim öffentlichen Sprechen, in Gesprächen oder aufgrund sichtbaren Errötens oder Schwitzens. Auch bei Gesundheits- und Krankheitsängsten, beispielsweise der ausgeprägten Befürchtung, an einer schweren Erkrankung zu leiden, können expositionsbasierte Methoden Bestandteil der Behandlung sein.

Bei der Exposition setzen Sie sich gezielt und unter therapeutischer Anleitung mit angstauslösenden Situationen, Gedanken oder Körperempfindungen auseinander. Die Übungen werden gemeinsam vorbereitet, individuell geplant und auf Ihre Beschwerden abgestimmt. Ziel ist es, neue Erfahrungen zu ermöglichen, Vermeidungs- und Sicherheitsverhalten abzubauen und einen selbstbestimmteren Umgang mit Ängsten zu entwickeln.

In meiner Praxis setze ich Exposition im Rahmen der kognitiven Verhaltenstherapie ein. Ob und in welcher Form diese Methode für Sie geeignet ist, wird auf Grundlage einer sorgfältigen diagnostischen Abklärung und individuellen Behandlungsplanung entschieden.